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Ratgeber & Gesundheit

Arznei richtig anwenden

Schlucken, sprühen, tropfen, cremen

Arznei richtig anwenden

Patienten sollten die richtige Handhabung ihrer Arznei kennen. Wer unsicher ist, wie er mit ­einem Medikament umgehen soll, riskiert, dass das Mittel nicht richtig hilft oder unerwünschte Wirkungen auftreten. Beratungsintensive Arzneiformen beispielsweise sind Präparate, die nicht geteilt werden dürfen, Medikamente zum Inhalieren, Präparaten, die gespritzt werden, gefolgt von Augentropfen, Nasensprays und Schmelztabletten.

Fehlerquellen gibt es grundsätzlich viele: Etwa eine unregelmäßige Einnahme oder ein zu frühes Absetzen. Ihre Apotheken hilft Ihnen, die Arzneimittelsicherheit zu steigern und den Erfolg der Therapie zu gewährleisten!

1. Feste Arzneiformen:
Vom Schlucken, Teilen und Rutschen

Tabletten am besten mit stillem Wasser schlucken, andere Getränke können die Arznei unwirksam machen. Schlucken Sie die Tabletten mit aufrechtem Oberkörper. Gefahr besteht vor allem bei bettlägerigen Patienten.
Zeitpunkt: Medikamente immer wie vom Arzt verordnet schlucken. Auch bei unregelmäßiger
Einnahme ist die Wirksamkeit beeinträchtigt.
Eisen- und Schilddrüsentabletten oder Säureblocker eine halbe Stunde vor dem Frühstück einnehmen. Kortisonpräparate wirken frühmorgens am besten. Medikamente, die müde machen, besser abends anwenden. Hustenlöser und entwässernde Mittel dagegen morgens.

Die Kapsel will nicht runter. Was tun?
Kapseln lassen sich leichter schlucken, wenn man den Kopf dabei nach vorne beugt. Zudem gibt es in der Apotheke spezielle Gel-Überzüge. Sie machen Tabletten gleitfähiger, sodass sie mit Wasser besser rutschen. Bei krankheitsbedingten Schluckstörungen kann der Arzt dem Patienten eventuell eine flüssige Arzneiform verordnen.

2. Halbfeste Arzneiformen:
Vom Einführen, Auftragen und Aufbewahren

Warum bleibt das Zäpfchen nicht drin?
Um zu vermeiden, dass die Darmmuskulatur den Fremdkörper wieder herauspresst, das Zäpfchen mit dem stumpfen Ende voraus so tief wie möglich einführen. Ein Gummifingerling kann dabei hilfreich sein. Bei Säuglingen und Kleinkindern anschließend kurz die Pobacken zusammenzudrücken. Zäpfchen nach dem Stuhlgang anwenden. Ausnahme: Hämorridenzäpfchen. Sie müssen im Bereich der Hämorridalpolster in der Nähe des Darmausgangs platziert werden, wo sie wirken sollen. Man kann sie ggf. mit einer Mulleinlage an Ort und Stelle fixieren.

Wie dick muss ich meine Salbe auftragen?
Die richtige Menge hängt vom Verwendungszweck ab: Die Wärmewirkung durchblutungsfördernder Salben wird individuell sehr unterschiedlich empfunden. Zuerst an einer kleinen Stelle testen! Werden sie zu dick aufgetragen, kann die Haut unangenehm brennen. Entzündungshemmende Schmerzgele kühlen dagegen, trocknen die Haut aber bei längerer Anwendung aus. Kortisonhaltige Präparate werden in der Regel sehr dünn aufgetragen, wirkstofffreie Präparate zur Hautpflege, die über Nacht einziehen sollen, eher großzügig.

3. Flüssige Arzneiformen
Vom Tropfen, Sprühen und Schütteln

Warum läuft mir mein Nasenspray in den Rachen?  
Nasensprays wirken lokal auf der Schleimhaut und sollten dort auch bleiben. Am besten den Sprühaufsatz in einem Winkel von etwa 45 Grad in die Nasenöffnung einführen. Läuft die Flüssigkeit aus der Nase in den Rachen, wirkt das Arzneimittel nicht richtig. Tipp: Zerstäubersprays. Sie setzen die Lösung als feinen Nebel frei.

Verwende ich das Asthmaspray richtig?

Anwendung in der Apotheke zeigen lassen. Bei längerem Gebrauch schleichen sich oft unbemerkt Fehler ein. Treibgasgefüllte Dosier-Aerosole vorher kräftig schütteln, Sprühstoß langsam ein­atmen und Atem einige Sekunden angehalten. Bei Pulverinhalatoren schnell und kräftig einatmen. Nach der Inha­lation von Kortisonsprays den Mund ausspülen oder etwas trinken.

Wie lassen sich Arzneisäfte genau dosieren?
Meist sind genormte Messlöffel, Messbecher oder Dosierspritzen beigelegt, auf die sich die Dosierungsanleitung in der Packungsbei­lage bezieht. Damit die Öffnung nicht verklebt, Dosierspritzen gleich nach der Anwendung mit warmem Wasser reinigen. Damit sich der Wirkstoff gleichmäßig verteilt, müssen alle trüben Säfte vor Einnahme gut geschüttelt werden. Wichtig: Haushaltslöffel können sich im Volumen um bis zu 50 Prozent unterscheiden und sind deshalb als Dosierhilfe ungeeignet!

Von den Ohrentropfen schwindlig?
Ohrentropfen sollten bei Anwendung Körpertemperatur besitzen, sonst reizen sie das Gleichgewichtsorgan. Verursachen körperwarme Ohrentropfen dennoch Schwindel, sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Ohrentropfen am besten in Seiten­lage einträufeln und ein paar Minuten so liegen bleiben.



Die Tropfen laufen aus dem Auge. Was hilft?

Tropfen werden sie im Spalt zwischen Augapfel und dem etwas heruntergezogenen Augenlid platziert, ohne das Auge mit der Tropfpipette zu berühren. Am besten gelingt das vor dem Spiegel. Nicht blinzeln, da die Flüssigkeit sonst gleich wieder aus dem Auge gepresst wird. Und Augentropfen vor jeder Anwendung in der Hand auf Körpertemperatur erwärmen. Tipp: In der Apotheke einmal zu Tropfhilfen beraten lassen.

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